Zurück

Gewächshausbau hat begonnen

Nachfrage nach regionalen Tomaten steigt – Wärme kommt vom Müllheizkraftwerk in Gendorf

Artikel im Alt-/Neuöttinger Anzeiger vom 31.10.2019

Emmerting. Die Firma Gemüsebau Steiner errichtet im Ortsteil Bruck eine Glashauskultur zur Tomatenproduktion. In den letzten Wochen wurde mit der Einebnung des Geländes dort begonnen. Auch das Regenwasser-Reservoir wird bereits angelegt. „Aufgrund der steigenden Nachfrage nach regionalen Tomaten auch während der Wintermonate wird dieses Gewächshauses errichtet“, so Josef Steiner bei einer früheren Vorstellung der Anlage im Gemeinderat.
Die Gewächshausanlage ist von der Konstruktion her identisch mit jener in Kirchweidach, die Größe soll maximal fünf Hektar betragen. Die dafür nötige Wärme für das Gewächshaus wird vom Müllheizkraftwerk in Gendorf bezogen. Die Gemeinde Emmerting hat sich zudem die Option gesichert, hier Wärme für ein Fernwärmenetz zu beziehen. Der Strom, der für die Belichtung der Tomaten die Wintermonate über benötigt wird, wird über ein eigenes, erdgasbetriebenes Blockheizkraftwerk erzeugt. Die Abwärme aus den Blockheizkraftwerken dient ebenfalls zur Beheizung des Gewächshauses, so der Betreiber. In einem entsprechend groß dimensionierten Wasserbecken wird das gesamte Regenwasser vom Dach der Gewächshausanlage gesammelt und zum Bewässern verwendet.

Hier ein erster Grundriss der geplanten Glashauskultur zur Tomatenproduktion unter Nutzung der Abwärme vom Müllheizkraftwerk. Rechts ist das gut 4000 m2 große Wasserbecken zur Versorgung der Tomatenpflanzen zu erkennen. −Repro : (Looije Agro Technics)
Für den Gewächshausbetrieb werden ganzjährig ca. 20 Mitarbeiter für die Pflege und Ernte der Tomaten benötigt. Die Verpackung und Kommissionierung erfolgt in Kirchweidach. Gearbeitet wird nur tagsüber von Montag bis Samstag. Neben dem Pkw-Verkehr durch die Mitarbeiter werden durchschnittlich maximal drei Lkw-Fahrten pro Tag anfallen. Von dem Gewächshaus gehen keine Lärm- und Geruchsemissionen aus. Vertraglich geregelt ist auch, dass bei Einstellung des Betriebes die Gewächshausanlage zurückgebaut werden muss und die Fläche wieder in ihrem ursprünglichen Zustand herzustellen ist. Als Produktionsbeginn wird der September 2020 anvisiert. Es wird auch kein Erdreich zugefahren oder abtransportiert.

Da es sich hier um ein landwirtschaftlich privilegiertes Vorhaben handelt, war auch keine Umwidmung des Flächennutzungsplans der Gemeinde notwendig. Vom öffentlichen Netz wird der Strom nur für den normalen Tagesbetrieb bezogen. Außer von den Sanitäranlagen werden keine Abwässer anfallen, da es sich hier um ein geschlossenes System handelt.
Das Bauvorhaben wurde bei der Bürgerversammlung 2018 bereits eingehend vorgestellt.